Das erste Mal auf dem Platz — und Golf zeigte mir sofort seinen Charakter

Alleine, ein bisschen nervös, und mit einem ersten Abschlag der eigentlich katastrophal war. Eigentlich.

Es gibt Momente, die man nicht vergisst.

Nicht weil alles perfekt war. Sondern weil sie sich so anfühlen, als hätte das Spiel einem etwas sagen wollen.

Mein erster Abschlag auf einem richtigen Golfplatz war so ein Moment.

Alleine auf dem ersten Abschlag.

Nach der Platzreife war es soweit. Kein Kurs mehr, kein Lehrer daneben, keine Übungsanlage. Nur ich, mein Bag, und Loch 1.

Ich war alleine. Das war Absicht — ich wollte keinen Druck, keine Zuschauer, keine gut gemeinten Ratschläge. Einfach das Spiel kennenlernen. In meinem Tempo, auf meine Art.

Was ich dabei unterschätzt habe: Der erste Abschlag auf einem echten Platz fühlt sich anders an als auf der Range. Viel anders. Da ist kein Netz das den Ball auffängt. Da ist Weite. Und eine kleine, verlockende Baumgruppe genau dort wo man eigentlich nicht hinwill.

Ich habe natürlich genau dorthin gehalten.

Der Ball, die Bäume — und ein bisschen Golf-Karma.

Der Schlag war nicht gut. Das wusste ich in dem Moment als der Schläger den Ball traf. Oder besser gesagt: als ich hörte wo er landete.

Mitten in die Baumgruppe. Erstes Loch, erster Schlag, erster Fehler.

Ich dachte schon an Ball suchen, Strafschlag, schlechte Laune. Aber dann passierte etwas das ich so nicht erwartet hatte: Der Ball prallte ab. Günstig. Sehr günstig. Und rollte zurück — an den Rand des Fairways.

Ich stand da und musste lachen.

Golf hatte mir in den ersten dreißig Sekunden gezeigt was dieses Spiel ausmacht: Es nimmt, es gibt, es überrascht. Und manchmal hat man einfach Glück — auch wenn man es nicht verdient hat.

Was danach kam.

Der Rest der Runde war genau so wie man sich ein erstes Mal vorstellt. Manche Schläge gut, viele nicht. Löcher die länger dauerten als geplant. Momente in denen ich einfach stehengeblieben bin und die Stille auf dem Platz genossen habe.

Denn das ist das andere was mich überrascht hat: die Ruhe.

Eine Golfanlage ist ein eigener Kosmos. Kein Lärm, kein Stress, kein Handy das vibriert. Nur der nächste Schlag, das nächste Loch, und irgendwo in der Ferne das Grün das man anpeilt.

Ich habe an diesem Tag verstanden warum Menschen dieses Spiel ein Leben lang spielen.

Was ich dir mitgeben möchte.

Falls du gerade überlegst ob du zum ersten Mal alleine auf den Platz gehst — tu es. Es ist zunächst ungewohnt, vielleicht ein bisschen einschüchternd. Aber es ist auch der Moment in dem Golf aufhört ein Kurs zu sein und anfängt ein Erlebnis zu werden.

Und falls dein erster Abschlag in die Bäume geht — keine Panik. Manchmal kommt er zurück.

Tipps für die erste eigene Runde:

  • Früh starten — weniger Betrieb, kein Druck von hinten

  • Scorekarte mitnehmen aber nicht zu verbissen zählen

  • Langsame Gruppen vorlassen — Etikette ist wichtiger als Tempo

  • Genug Bälle einpacken — mehr als du denkst

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Golfen mit Kind — wie aus einem Nachmittag auf der Range eine echte Leidenschaft wurde

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Wie alles begann - von Gran Canaria zur Platzreife