Erster Ausflug auf einen fremden Platz — und ein Golfcart das alles überstrahlt
Der Golfclub Hohenstaufen in Donzdorf, ein anspruchsvoller Platz mit Höhenunterschieden — und ein 7-Jähriger der das Cart übernimmt.
Es gibt Tage auf dem Golfplatz die man nicht plant.
Man fährt hin, spielt eine Runde — und kommt mit einer Geschichte zurück die man so nicht erwartet hätte.
Unser erster gemeinsamer Ausflug in den Golfclub Hohenstaufen in Donzdorf war so ein Tag.
Ein neuer Platz — und eine kleine Nervosität vorab.
Mein Sohn hat seit dem Sommercamp die Platzreife. Offiziell, mit Urkunde — berechtigt auf allen Handicap-unabhängigen Golfplätzen in Deutschland zu spielen. Theoretisch.
Praktisch war meine erste Sorge beim Ankommen: Ist die Platzreife auch wirklich auf seiner Golfkarte hinterlegt? Denn wenn nicht, wäre die Enttäuschung groß gewesen. Er hatte sich auf diesen Tag gefreut — ein fremder Platz, neues Abenteuer, alles anders als im Heimatclub.
Aber es passte alles. Die Karte wurde gescannt, alles war korrekt hinterlegt — und wir konnten loslegen.
Der Platz — rauf, runter, anspruchsvoll.
Den Golfclub Hohenstaufen hatte ich im letzten Jahr schon einmal gespielt und fand ihn sofort interessant. Keine flache Anlage, kein gleichförmiges Grün — hier geht es rauf und runter, mit Höhenunterschieden die jeden Schlag zu einer kleinen taktischen Aufgabe machen. Wie weit rollt der Ball bergab? Wie viel Kraft brauche ich bergauf? Welcher Schläger ist der richtige wenn das Grün zehn Meter tiefer liegt als der Abschlag?
Für mich als Einsteiger immer noch eine Herausforderung. Für meinen Sohn — kein Problem.
Er ist genau so mit dem hügeligen Platz umgegangen wie mit allem anderen: intuitiv, unbeeindruckt, fokussiert. Ob der Ball den Berg rauf, runter oder auf einer ebenen Bahn gespielt werden muss — er weiß mit seinen wenigen Schlägern genau welchen er nehmen muss um den Ball dahin zu bringen wo er ihn haben will. Das ist eine Fähigkeit die viele erwachsene Golfer erst nach Jahren entwickeln.
Bunker gemeistert. Wasserhindernisse souverän überwunden. Kein Drama, kein Frust — einfach spielen.
Das Gewitter — und eine kurze Pause in der Hütte.
Irgendwann zog ein Gewitter auf. Blitze, Donner — auf dem Platz ist das kein Spaß und wir suchten die Gewitterhütte auf. Eine kurze Pause, etwas warten, das Unwetter im Blick behalten.
Es zog schnell vorbei. Und wir konnten unsere Runde und — viel wichtiger — unsere Fahrt fortsetzen.
Das Golfcart — der heimliche Star des Tages.
Ich hatte das Cart vor allem wegen der Hitze gebucht. Es hatte über 30°C und der Platz ist hügelig, die Wege zwischen den Löchern manchmal lang — da macht ein Cart schlicht Sinn.
Was ich nicht eingeplant hatte: dass mein Sohn das Cart übernehmen würde.
Er liebte es von der ersten Minute an. Nicht nur mitfahren — selbst fahren. Und was mich wirklich überrascht hat: Er machte es intuitiv richtig. Er wusste wann er bremsen musste, wie stark, wie er lenkte, wo er das Cart neben dem Ball am besten abstellte damit es beim Abschlagen nicht störte.
Keine Angst, keine Unsicherheit. Einfach fahren.
Seine Freude darüber war kaum zu übertreffen. Das Grinsen auf seinem Gesicht — breiter als nach jedem guten Schlag an diesem Tag.
Ich wollte natürlich auch hin und wieder mal fahren. Das macht auch großen Jungs Spaß. Aber die Verhandlungsposition war schwierig.
Was dieser Tag mir wieder gezeigt hat.
Es sind die kleinen Dinge die meinen Sohn beim Golf motiviert halten. Nicht unbedingt der perfekte Abschlag oder ein gutes Ergebnis auf der Scorekarte. Sondern die Momente die alles bisherige toppen — ein neuer Platz, ein Golfcart das er selbst steuern darf, ein Gewitter das eine kleine Abenteuergeschichte daraus macht.
Golf hat immer wieder solche Momente im Angebot. Und genau das ist es was diesen Sport so besonders macht — für Erwachsene genauso wie für einen 7-Jährigen der gerade erst anfängt seine eigene Golfgeschichte zu schreiben.
Für alle die überlegen mit ihrem Kind einen fremden Platz zu besuchen:
Platzreife vorher auf der Golfkarte bestätigen lassen — beim Heimatclub nachfragen
Hügeligen Platz für Kinder nicht unterschätzen, aber auch nicht überschätzen — sie passen sich schneller an als Erwachsene
Golfcart wenn möglich buchen — für Kinder ein Erlebnis für sich
Gewitterhütten kennen — auf jedem Platz gibt es sie, im Zweifel beim Starter fragen
Empfehlung: Wie mein Sohn die Platzreife bekommen hat, kannst du hier nachlesen

