Was du als Golfeinsteiger wirklich brauchst — und was warten kann

Vom Wilson Halbsatz zum Rangefinder — meine ehrliche Einkaufsgeschichte als Anfänger.

Wenn man mit Golf anfängt, passiert folgendes: Man betritt einen Golfshop — oder öffnet Amazon — und steht vor einer Welt aus Schlägern, Bags, Gadgets, Handschuhen, Schuhen, Trolleys, Rangefindern und Dingen für die man noch nicht mal einen Namen kennt.

Und man fragt sich: Was brauche ich davon wirklich?

Ich habe diese Frage auf die harte Tour beantwortet. Mit echtem Geld, echten Fehlkäufen — und ein paar Entscheidungen die ich im Nachhinein sehr gut finde. Hier ist meine Einkaufsgeschichte.

Was ich mir als allererstes gekauft habe.

Der erste Kauf war ein Wilson Profile Halbsatz. Ein klassischer Einsteigersatz — günstig, vollständig genug, solide verarbeitet. Für jemanden der noch nicht weiß ob Golf wirklich sein Sport wird, genau die richtige Entscheidung. Kein Vermögen ausgeben bevor man überhaupt weiß ob man Spaß daran hat.

Dazu kamen günstige Golfbälle — ebenfalls von Wilson — ein Golfhandschuh und Golfschuhe.

Das war es. Mehr braucht man zum Start nicht. Und selbst die Schuhe sind optional.

Was ich mir zusätzlich gekauft habe — und was davon unnötig war.

Zusätzlich zum Halbsatz habe ich mir einen Driver gekauft. Einen Wilson Profile, separat, weil er nicht im Set enthalten war.

Ehrliche Einschätzung im Nachhinein: Den hätte es zu Beginn nicht wirklich gebraucht. Als Einsteiger ist man mit den Schlägern aus dem Halbsatz mehr als ausreichend ausgestattet. Ein Driver klingt verlockend — langer Abschlag, große Weite — aber er ist der technisch anspruchsvollste Schläger im Bag. Wer noch an den Grundlagen arbeitet, ist mit einem Fairwayholz oder einem langen Eisen besser bedient.

Mein Tipp: Den Driver weglassen bis man ein paar Monate gespielt hat.

Was nach und nach dazu kam.

Nach einigen Monaten habe ich meinen Wilson Halbsatz verkauft und mir einen neuen Eisensatz zugelegt — dazu einen neuen Putter, ein Hybrid und einen neuen Driver. Das ist eine völlig normale Entwicklung. Man lernt das Spiel kennen, entwickelt Vorlieben, merkt was einem liegt — und irgendwann passt der Einsteigersatz nicht mehr zu dem Spieler den man gerade wird.

Einen Trolley habe ich mir ebenfalls zugelegt — später als viele andere, aber er hat mein Golferlebnis sofort verbessert. Ein Bag über 18 Löcher zu tragen ist unterschätzt anstrengend. Wer sich auf das Spiel konzentrieren will statt auf den Rücken, kauft früher oder später einen Trolley. Lieber früher.

Und Bälle — ein Thema für sich. Ich habe mit günstigen Bällen angefangen, bin auf bessere umgestiegen, und habe dann wieder einen Sack Lakeballs gekauft. Warum? Weil ich viele verloren habe. Das ist keine Schande — das ist Golfalltag für Einsteiger. Lakeballs sind aus Wasserhindernissen geborgene Bälle, manchmal auch die, die im Rough verloren wurden, günstig und völlig ausreichend solange man noch regelmäßig welche im Rough, im Wasser oder Wald verliert.

Das Geschenk das meinen Alltag verändert hat.

Zum Geburtstag habe ich einen Rangefinder bekommen — und er ist inzwischen eines meiner liebsten Utensilien auf dem Platz.

Ich weiß ungefähr mit welchem Schläger ich wie weit komme. Was ich nicht gut kann: Entfernungen schätzen. Ist das Grün 120 oder 150 Meter entfernt? Mit bloßem Auge bin ich da hoffnungslos verloren. Der Rangefinder nimmt mir diese Unsicherheit komplett ab — Knopf drücken, Entfernung ablesen, richtigen Schläger wählen.

Für Einsteiger ist ein Rangefinder kein Muss vom ersten Tag an. Aber sobald man die Grundlagen beherrscht und anfängt taktischer zu spielen, ist er Gold wert. Günstige Modelle gibt es bereits ab 80–100 €. Alternativen dazu sind Apps, oder Smartwatches, die durch die Postition die ungefähre Entfernung zum Grün anzeigen.

Was viele vergessen — und was wirklich essentiell ist.

Tees. Klingt banal, sind aber unverzichtbar — und man hat nie genug davon. Einfach immer ein paar Dutzend im Bag haben.

Eine Pitchgabel. Das ist das kleine Werkzeug mit dem man Einschlagmarken auf dem Grün ausbessert. Wer auf dem Grün landet hinterlässt eine Delle im Rasen — die Pitchgabel hebt das Gras wieder an. Es ist eine Frage des Respekts gegenüber dem Platz und den anderen Spielern. Ich sage das meinem Sohn von Anfang an: Den Platz so hinterlassen wie man ihn vorgefunden hat. Die meisten Pitchgabeln kommen auch mit Ballmarkern. Die benutzt man, wenn man auf dem Grün seinen Ball aufhebt um die Position zu markieren, an die der Ball wieder zurückgelegt werden muss.

Eine Kopfbedeckung — gerade in den Sommermonaten ist fast unverzichtbar. Man bewegt sich im besten Fall auf dem Fairway und nicht im Schatten des Waldes. Stundenlang in der Sonne, ohne Mütze oder Cap, macht keinen Spaß.

Zum Thema Kleidung.

Golfbekleidung ist je nach Club optional — das sollte man vorher prüfen. Manche Clubs setzen Golfhosen und Golfshirts voraus, andere sind deutlich lockerer. Im Zweifel kurz beim Club nachfragen bevor man das erste Mal aufschlägt.

Ich habe mir nach und nach Golfhosen und Shirts zugelegt — nicht weil es Pflicht war, sondern weil die Kleidung funktional ist. Bewegungsfreiheit, atmungsaktive Materialien, kein Verrutschen beim Schwung. Man merkt den Unterschied.

Meine Einkaufsliste für Einsteiger:

Sofort kaufen:

  • Gebrauchter Halbsatz oder günstiger Einsteigersatz — neu ab ca. 150 €, gebraucht ab 50 €. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt

  • Golfschuhe — wichtiger als viele denken, geben Halt beim Schwung

  • Golfhandschuh — eine Hand, die andere bleibt frei

  • Günstige Bälle oder Lakeballs — man wird welche verlieren

  • Tees — nie zu wenige dabei haben

  • Pitchgabel — Pflicht, kostet fast nichts, gibt’s oft als Werbegeschenk vom Club für die Platzreife oder andere Kurse

Etwas später:

  • Trolley — Rücken dankt es früher als man denkt

  • Kopfbedeckung — spätestens im Sommer

  • Golfkleidung — je nach Club und persönlichem Geschmack

Wenn man ernsthafter wird:

  • Rangefinder — ab ca. 80 € aufwärts, verändert die Spielplanung deutlich

  • Neuer Eisensatz — wenn der Einsteigersatz nicht mehr passt

  • Bessere Bälle — wenn man sie seltener verliert

Was warten kann:

  • Driver vom ersten Tag an — technisch anspruchsvoll, lieber später

  • Teures Zubehör — Golf macht auch mit günstigem Equipment Spaß

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Fore! — Eine Geschichte über Sekunden, Golfbälle und Krankenhauskleber