Mein erstes Turnier über 18 Löcher — Wind, Pech und eine rote Kugel die mich beinahe begraben hat

Ein Benefizturnier für die Deutsche Kinderkrebshilfe, strahlender Sonnenschein — und ein Start den ich am liebsten vergessen würde.

Manchmal läuft es nicht so wie man es sich vorgestellt hat.

Das ist im Leben so. Und im Golf ganz besonders.

Die Ausgangslage — eigentlich alles perfekt.

Die letzten beiden Wochen vor dem Turnier liefen richtig gut. Ich hatte ein paar meiner besten Runden gespielt, das Gefühl war da, die Schläge saßen. Ich war mir sicher dass ich mein Handicap verbessern würde — vielleicht sogar deutlich.

Das Turnier fand in meinem Heimatclub statt, dem Golfclub Teck e.V. in Ohmden. Ein Benefizturnier für die Deutsche Kinderkrebshilfe — ein wunderschöner Anlass, ein Platz den ich kenne, Sonne die vom Himmel strahlte.

Eigentlich alles perfekt.

Eigentlich.

Der Wind — und was er aus mir gemacht hat.

Was ich unterschätzt hatte: den Wind.

Er war stark, böig, unberechenbar. Und er hat mein gesamtes Spiel durcheinandergeworfen. Ich konnte kaum einschätzen wie stark ich schlagen musste — zu wenig Kraft und der Ball bleibt kurz, zu viel und er fliegt völlig unkontrolliert. Dazu kam dass das Gras sehr trocken war und der Boden hart wie Beton. Der Ball rollte nach der Landung ewig weiter — manchmal zum Vorteil, meistens nicht.

Ich habe mich zu sehr auf den Wind konzentriert. Und wer im Golf zu viel denkt, schlägt schlecht.

Loch 1 — ein Start zum Vergessen.

Gleich am ersten Tee ging es los.

Drei Schläge. Drei. Bis ich den Ball überhaupt vernünftig ins Spiel gebracht hatte. Ich wollte im Boden versinken. Wirklich. Ein peinlicherer Start vor den anderen Spielern ist kaum vorstellbar.

Das Loch wurde am Ende aus der Wertung gestrichen — ich hatte keine Punkte mehr erreichen können. Im Zählspiel nennt man das Aufgeben eines Lochs — im Stableford-System passiert das wenn man so viele Schläge über Par ist dass keine Punkte mehr möglich sind.

Es war nicht das letzte gestrichene Loch an diesem Tag.

Der Höhepunkt — ein einziges Par.

Loch 16. Ein einziges Par in der gesamten Runde — aber was für eines. Nach einem Tag voller verhauter Abschläge und gestrichener Löcher war dieses eine Par so wertvoll wie ein Eagle an einem anderen Tag.

Ich habe es genossen.

Loch 17 — die Geschichte des Tages.

Und dann kam Loch 17.

Ich trat an den Abschlag, bereitete mich vor — und traf beim Schwung die rote Kugel der Damenabschlagsmarkierung so unglücklich dass mein Ball nicht nach vorne flog. Sondern zurück. Über mich drüber. Hinter das Grün von Loch 16.

Ich stand da und konnte es kaum glauben.

Von dieser Position aus den Ball noch vernünftig ins Spiel zu bringen war eine Herausforderung für sich. Loch 17 wurde ebenfalls gestrichen.

Ich glaube ich werde diese Szene noch lange nicht vergessen — und die anderen Spieler in meinem Flight mit Sicherheit auch nicht.

Was bleibt.

Ein Turnier das nicht so lief wie erhofft. Ein Handicap das sich nicht verbessert hat. Und trotzdem Spaß gemacht hat.

Das klingt vielleicht merkwürdig nach einem solchen Tag. Aber genau das ist es was Golf ausmacht. Man kann eine schlechte Runde spielen und trotzdem glücklich nach Hause fahren. Weil der Platz schön war, weil die Gemeinschaft stimmt, weil man für einen guten Zweck gespielt hat — die Deutsche Kinderkrebshilfe ist ein Anliegen dem man gerne einen holprigen Abschlag widmet.

Und weil man weiß: Nächste Runde ist eine neue Chance.

Das nächste Turnier kommt bestimmt. Und die rote Kugel werde ich diesmal im Bogen umgehen.

Was ich daraus mitgenommen habe:

  • Wind ist ein Gegner den man respektieren muss — nicht bekämpfen

  • Zu viel nachdenken ist im Golf genauso schlimm wie zu wenig

  • Ein Par nach einem schlechten Tag fühlt sich besser an als ein Birdie nach einem guten

  • Und manchmal trifft man Dinge die man gar nicht treffen wollte — das gehört dazu

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